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VOR / Badner Bahn: Wien und NÖ bringen Fahrplan für die nächsten 15 Jahre auf Schiene

Klimaschutz wird auf der Strecke Wien Oper – Baden Josefsplatz seinem Ziel näher gebracht

vlnr: LR Ludwig Schleritzko (NÖ); Prok. Thomas Gruber (WLB); GF Wolfgang Schroll (VOR); GF Monika Unterholzner (WLB); StR Ulli Sima (Wien); StR Peter Hanke (Wien); GF Thomas Bohrn (VOR)

Verkehrsdienstevertrag: Der Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) hat am 2. Dezember 2019 im Auftrag der Länder Wien und Niederösterreich die neue, auf 15 Jahre abgeschlossene Leistungsbestellung der Badner Bahn ab Dezember 2020 beauftragt. Die beiden Länder bekennen sich damit zu einer langfristigen Angebotssicherung und -steigerung auf der Badner Bahn. Damit sind die Ausweitung des 7,5-Minuten-Taktes, längere Betriebszeiten, eine modernisierte Fahrzeugflotte und weitere Verbesserungen des Angebotes zwischen Wien Oper und Baden Josefsplatz gesichert. Erste auf den nun abgeschlossenen Vertrag basierende Verbesserungen werden ab Dezember 2020 umgesetzt.

 

Nach detaillierten Vorarbeiten der zuständigen VerkehrsplanerInnen des VOR sowie Finanzierungsgesprächen zwischen den Ländern Wien und Niederösterreich sowie dem BMVIT steht mit 2. Dezember 2019 fest: Die Wiener Lokalbahnen (WLB) sind für die Jahre 2020 bis 2035 mit der Weiterführung und dem Ausbau des Angebotes der Badner Bahn (Wien Oper – Baden Josefsplatz) beauftragt.

„Mit diesem Vertrag werden über eine halbe Milliarde Euro an Kapazitätssteigerungen in den pulsierenden Süden Wiens investiert. Das unterstreicht die erfolgreiche Zusammenarbeit der Länder Wien und Niederösterreich im Sinne der Bürgerinnen und Bürger“, so der Wiener Wirtschafts- und Finanzstadtrat Peter Hanke.

Für den Niederösterreichischen Mobilitäts- und Finanzlandesrat Ludwig Schleritzko ist klar: „Wie wir Niederösterreich und Wien über Landesgrenzen hinweg gut miteinander verbinden können, zeigt die gemeinsame Vorgangsweise bei der Badner Bahn vor. Die Badner Bahn ist neben der Südbahn DAS Mobilitätsrückgrat im Süden der Bundeshauptstadt und muss für unsere Pendlerinnen und Pendler in Zukunft noch attraktiver gestaltet werden. Hier und heute legen wir dazu für die nächsten 15 Jahre einen Grundstein”.

„Eine einzige Pendlerin bzw. ein einziger Pendler auf der Strecke von Baden nach Wiener Neudorf spart durch die Benutzung der Badner Bahn statt des Autos durchschnittlich 940 kg CO2 pro Jahr – allein dieses Beispiel führt vor Augen: Der weitere Ausbau des öffentlichen Verkehrs ist ein klarer Arbeitsauftrag auch der kommenden Generationen, den wir mit vollem Einsatz erfüllen“, so die Wiener Umwelt- und Öffi-Stadträtin Ulli Sima.

Badner Bahn-Fahrplan bis 2035

Mit dem am 2. Dezember unterzeichneten Verkehrsdienstevertrag WLB sind Angebotssteigerungen in den kommenden Jahren genauso eingetaktet wie die Anschaffung einer neuen, modernen Fahrzeugflotte. Insgesamt umfasst der Auftrag eine Gesamtsumme von rund 700 Mio. Euro in den Jahren 2020 bis 2035. Bereits mit Vertragsstart am 13. Dezember 2020 können sich die Fahrgäste über zusätzliche Kapazitäten von ca. 350.000 Zugkilometern freuen. „Das sind knapp 20 % der aktuellen Leistung zwischen Wien Oper und Baden und entspricht einer 8,7-fachen Erdumrundung”, so VOR-Geschäftsführer Thomas Bohrn. „Dieses massive Mehrangebot zeigt sich für die Kundinnen und Kunden der Badner Bahn ganz konkret etwa in der Ausweitung des täglich durchgängigen 15-Minuten-Taktes Wien Oper – Wiener Neudorf – Baden Josefsplatz von 5 - 0:30 Uhr”, so VOR-Geschäftsführer Wolfgang Schroll (heute gibt es auf dem Streckenabschnitt den 15-Minuten-Takt nur bis 22 Uhr, danach fährt die Bahn nach Baden bis 23:42 Uhr im 30-Minuten-Takt). Zwischen Wien Oper und Wiener Neudorf kann gleichzeitig zwischen 6:30 Uhr und 21 Uhr der Viertelstundentakt auf einen tagesdurchgängigen 7,5-Minuten-Takt (bisher nur von 6:30 - 9 und 15 - 19 Uhr) an Werktagen verdichtet werden, an Samstagen wird der 7,5-Minuten-Takt künftig von 9 - 21 Uhr (bisher nur bis 18 Uhr) angeboten.

„Neben der erheblichen Angebotsverbesserung wird die Modernisierung unseres Fuhrparks mit barrierefreien und vollklimatisierten Fahrzeugen in den nächsten Jahren eine erhebliche Qualitätssteigerung für unsere Fahrgäste bringen und damit die Attraktivität der Badner Bahn weiter erhöhen”, so WLB-Geschäftsführerin Monika Unterholzner. „Mit diesem 15-Jahres-Auftrag sind wir in der Lage, den Fahrgästen, aber auch der Badner Bahn, einerseits einen hohen Grad an Planungssicherheit durch die fixen Angebotssteigerungen zu geben, und andererseits auf zukünftige Infrastrukturentwicklungen und etwaige Veränderungen in der Nachfrage flexibel reagieren zu können“, verweist Thomas Bohrn auf die Vertragsgestaltung. Der neue Verkehrsdienstevertrag setzt sich aus einem Grundangebot und zwei Optionen zusammen, welche 2026 eine Verlängerung des 7,5-Minuten-Takts bis Traiskirchen und 2028 bis Baden Josefsplatz möglich macht.

„Wir dürfen bei einer 15-jährigen Vertragslaufzeit nicht vergessen, dass sich die Mobilitätswelt rund um die Badner Bahn weiterdrehen wird – so werden nächstes Jahr die Buslinien in der Region besser auf das Angebot von Badner Bahn und Südbahn abgestimmt”, so Wolfgang Schroll, der zudem auf die anstehenden Ausbauten von Pottendorfer Linie, Innerer Aspangbahn und Südbahn mit dem wichtigen viergleisigen Ausbau verweist.

Highlights – die Badner Bahn in den Jahren 2020 bis 2035

 

  • Dezember 2020: Start des geschlossenen Verkehrsdienstevertrages. Das Angebot wird um rund 350.000 Zugkilometer ausgeweitet
    • Täglicher 15-Minuten-Takt Wien Oper – Wiener Neudorf – Baden Josefsplatz von 5 – 0:30 Uhr (ca. 2h längeres Angebot im 15-Minuten-Takt als bisher)
    • 7,5-Minuten-Takt zwischen Wien Oper und Wiener Neudorf zwischen 6:30 Uhr und 21:00 Uhr (bisher nur von 6:30 - 9 Uhr und 15 - 18:30 Uhr im 7,5-Minuten-Takt)
    • Samstags für die SCS-Einkaufsverkehre auch von 9 - 21 Uhr ein 7,5-Minuten-Takt bis Wiener Neudorf (jeder zweite Zug verkehrt im 15-Minuten-Takt bis Baden Josefsplatz, bisher gibt es den 7,5-Minuten-Takt nur bis 18 Uhr)

Die Züge Wien Oper – Baden Josefsplatz verkehren grundsätzlich in Doppeltraktion (zwei aneinander gekuppelte Triebzüge), die Züge Wien Oper – Wiener Neudorf in Einfachtraktion.

  • Bis Dezember 2023 (Fahrplan 2024) sukzessive Auslieferung von 18 neuen Triebwägen der Type 500, diese ersetzen die alten, nicht barrierefreien Triebwägen der Type 100 aus den 1970-1990er Jahren. Es bestehen weitere Optionen auf bis zu 16 neue Fahrzeuge, die bei Bedarf zum Einsatz kommen
  • Ab Dezember 2023 (Fahrplan 2024)
    • Zeitliche Ausweitung des 7,5-Minuten-Taktes ab Wiener Neudorf nach Wien von 5 - 21 Uhr (1,5h früher als bisher: dichteres Intervall für PendlerInnen)
    • Züge verkehren nach Wiener Neudorf in Doppeltraktion, daraus ergeben sich im
    • 7,5-Minuten Takt 25% mehr Sitz- und Stehplätze pro Stunde und Richtung

Angebotsausweitungen sind nach erfolgreichen Infrastrukturausbauten möglich

Option ab 2026

  • Verlängerung des 7,5-Minuten-Takts bis Traiskirchen Lokalbahn

Option ab 2028

  • Verlängerung des durchgängigen 7,5-Minuten-Takts bis Baden Josefsplatz
  • Durchgehender 7,5-Minuten-Takt Wien Oper – Baden Josefsplatz an Werktagen

Badner Bahn – eine Wienerisch-Niederösterreichische Erfolgsgeschichte wird fortgeschrieben

Bereits seit 1907 baut die Badner Bahn auf den Grundpfeiler jeder erfolgreichen Verkehrsplanung: Dem Denken und Planen in Lebensräumen. Mit mittlerweile knapp 13 Millionen Fahrgästen pro Jahr ist das erfolgreiche Traditionsunternehmen WLB mit der Badner Bahn eine der wichtigsten PendlerInnenverbindung zwischen dem Stadtzentrum Wien und dem niederösterreichischen Baden. Die an EinwohnerInnen wachsende Region im südlichen Umland von Wien ist mit steigenden Mobilitätsbedürfnissen konfrontiert. Der Verkehrsverbund Ost-Region begegnet dem Auftrag seiner Eigentümer durch einen vernetzten und konsequenten Ausbau des Öffentlichen Verkehrs – von der Neustrukturierung der Regionalbusflotte über die Planung neuer Angebote im Personennahverkehr der ÖBB auf der Südbahn und Pottendorfer Linie bis zur vorliegenden Verdichtung der Angebote auf der Badner Bahn.

Über 35.000 Fahrgäste pro Tag nutzen aktuell das attraktive Angebot der Wiener Lokalbahnen, pro Jahr sind das knapp 13 Millionen Reisende. Dies entspricht einer Steigerung von rund 20 % in den letzten 10 Jahren. Aktuelle Prognosen gehen von weiteren Zuwächsen im zweistelligen Bereich aus und machen damit eine Ausweitung des Angebots auf die steigende Nachfrage der Verbindung über die Stadtgrenze Wien notwendig.

Verkehrsverbund Ost-Region (VOR)

Als größter Verkehrsverbund Österreichs vereint VOR alle öffentlichen Verkehrsmittel in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. VOR ist in diesen drei Bundesländern mit der Planung, Koordination und Optimierung des öffentlichen Verkehrs für jährlich rund eine Milliarde Fahrgäste betraut. Zu den Kernaufgaben gehören die Tarif- und Fahrplangestaltung ebenso wie Kundenservice und die Vergabe von Verkehrsdienstleistungen. Sämtliche Regional- und Stadtbusleistungen sowie ein Teil der Schienenverkehrsleistungen werden in der Ostregion durch den VOR beauftragt. Die ExpertInnen des Verkehrsverbundes sind auch über die Ostregion hinaus als Impulsgeber und Ansprechpartner für intelligente und intermodale Mobilität tätig.