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Verkehrsverbünde zur Diskussion um Regionalbus-Ausschreibungen: Modernisierungsschübe im öffentlichen Verkehr werden zum Nutzen der Fahrgäste umgesetzt!

Zur aktuellen Diskussion um die Ausschreibungspraxis bei Regionalbusleistungen halten die österreichischen Verkehrsverbünde fest: Transparente öffentliche Ausschreibungen werden nach Bestbieterprinzip mit Qualitätskriterien umgesetzt und sind ein wichtiges Werkzeug zur Optimierung des öffentlichen Verkehrs: Moderne Busflotten, aufeinander abgestimmte Fahrpläne und bessere Kundeninformationssysteme sind dabei wesentliche Zielsetzungen. Im Fokus steht primär der Kundennutzen, nicht das wirtschaftliche Interesse einzelner Verkehrsunternehmen. Der Forderung nach weiteren Sozial- und Qualitätskriterien stehen die Verkehrsverbünde positiv gegenüber.

Die Verkehrsverbünde als Auftraggeber im öffentlichen Verkehr stehen zu ihrer sozialen Verantwortung: Neben Qualitätskriterien, die generell in die Vergabepraxis der Verkehrsverbünde integriert wurden, stehen Sozialkriterien immer wieder im Fokus der Vergabe-Diskussionen. Zweck von Sozialkriterien ist es, dass Ausschreibungen solche soziale Errungenschaften nicht untergraben sollen, welche nicht ohnehin bereits an anderer Stelle festgelegt wurden – etwa über kollektivvertragliche Regelungen oder über das Arbeitsrecht. Die österreichischen Verkehrsverbünde bekennen sich zur Erarbeitung solcher Sozialkriterien, die jedenfalls den Bestimmungen des BvG genauso wie EU-Recht entsprechen müssen. „Vor ähnlichen Herausforderungen stehen nicht nur die Verkehrsverbünde, auch bei anderen Ausschreibungen der öffentlichen Hand, etwa im Infrastrukturbereich, gibt es Diskussionen, wie sozial erwünschte Kriterien, etwa eine Lehrlingsquote oder ein entsprechender Altersschnitt der Angestellten, umgesetzt werden können“, unterstreicht Wolfgang Schroll, Vorsitzender der Interessensgemeinschaft der Österreichischen Verkehrsverbünde (IGV) die gesamtgesellschaftliche Brisanz des Themas. Dazu sind derzeit konstruktive Gespräche der Verkehrsverbünde unter anderem mit Vertretern der Sozialpartnerschaft im Gange.

Einheitliche Qualität des Busmaterials

Zur aktuellen Debatte rund um Qualitätskriterien bezüglich Fahrzeugausstattung, Design oder Fahrzeugalter halten die Verkehrsverbünde fest: Im Fokus steht auch hier der Kundennutzen. Gerade beim rollenden Material hat sich gezeigt, wie wichtig hohe Qualität und einheitlicher Auftritt für Akzeptanz und Sichtbarkeit des Gesamtsystems öffentlicher Verkehr ist: Das Vorarlberger Modell mit gekennzeichneten Bussystemen (Stadtbus – Landbus – Ortsbus) ist eines der österreichischen Erfolgsmodelle eines kundenfreundlichen, hochwertigen öffentlichen Regionalverkehrs. Mit dem St. Pöltener Stadtbus LUP wurde dieses Prinzip auch in anderen Regionen angewandt. Auch die in Wien verkehrenden Verkehrsmittel, egal ob von den Wiener Linien betrieben oder von den in ihrem Auftrag verkehrenden Subunternehmen, verkehren selbstverständlich in einem einheitlichen Design. Dieses Prinzip des einheitlichen Auftritts wird nun zunehmend bei Regionalbussen in allen Bundesländern angewandt. „Design, Qualität und Wiedererkennbarkeit sind wesentliche Erfolgskriterien im öffentlichen Verkehr, die entsprechend in unsere Ausschreibungen ebenso Eingang finden wie die Forderung nach barrierefreiem Busmaterial für Menschen mit eingeschränkter Mobilität“, unterstreicht Wolfgang Schroll, der gleichzeitig darauf hinweist, dass mit der üblicherweise achtjährigen Laufzeit eine hohe Investitionssicherheit für jene Verkehrsunternehmen gegeben ist, die ihre Fahrzeugflotte erneuern müssen. 

Bessere Abstimmung der Fahrpläne

Nicht nur in Punkto Fahrzeugausstattung, auch in der Qualität der Fahrpläne setzen die österreichischen Verkehrsverbünde Verbesserungen im Sinne der Kunden um, indem die Angebote aller Verkehrsunternehmen und Verkehrsmittel abgestimmt werden. Dabei geht es um optimierte Umstiege an allen Schnittstellen – etwa zwischen Stadt und Land, zwischen Bus und Bahn, aber auch zwischen den einzelnen Buslinien verschiedener Verkehrsunternehmen. „Diese Abstimmung ist das Um und Auf eines funktionierenden öffentlichen Verkehrs, hier sollten wirtschaftliche Eigeninteressen ebenso hintangehalten werden wie Konkurrenzdenken unter den einzelnen Unternehmen“, appelliert Schroll an alle Partner im öffentlichen Verkehr, weiterhin gemeinsam im Sinne eines abgestimmten Gesamtsystems öffentlicher Verkehr an einem Strang zu ziehen. 

Hintergrund: Ausschreibungen im öffentlichen Regionalbusbereich

Ausschreibungen im regionalen Linienbusverkehr werden aufgrund entsprechender wettbewerbsrechtlicher Rahmenbedingungen von den sieben österreichischen Verkehrsverbünden umgesetzt (insbesondere EU PSO-Verordnung 2007, österreichisches BVergG). Und bereits heute müssen alle öffentlichen Linienbusverkehre in Österreich in einer transparenten, fairen Weise neu vergeben werden. Die österreichischen Verkehrsverbünde nutzen diese Ausschreibungen, um die Qualität des öffentlichen Verkehrsangebots den jeweiligen regionalen Anforderungen entsprechend zu optimieren und kundenfreundlicher zu gestalten. Bei Ausschreibungen der österreichischen Verkehrsverbünde kommt entgegen anderslautender Kritik das Bestbieterprinzip zum Zuge, wobei Qualitätskriterien wie Busalter, Fahrzeugausstattung, optimierte Fahrgastinformation Anwendung finden. 

Über die IGV

Die Interessengemeinschaft Österreichischer Verkehrsverbünde (IGV) ist ein Zusammenschluss aller Verkehrsverbundorganisationsgesellschaften, der VertreterInnen der finanzierenden Gebietskörperschaften und der innerstädtischen Verkehrsunternehmen Österreichs. Einzelne Arbeitsgruppen der IGV beschäftigen sich insbesondere mit den Themen ÖV-Rabattkarte, Qualitäts- und Sozialkriterien in Ausschreibungen und vergaberechtliche Angelegenheiten. 

Georg Huemer

Georg Huemer
Mediensprecher


georg.huemer@vor.at
+43 1 955 55 1512
+43 664 60 955 1512


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