Wie können Städte und Regionen ihren Verkehr in Zukunft effizienter, sicherer und nachhaltiger gestalten? Genau mit dieser Frage beschäftigt sich das EU-Forschungsprojekt FEDORA. Denn die Realität zeigt: Viele Systeme im Verkehrsbereich sind bislang schlecht vernetzt, nutzen Daten nur unzureichend oder lassen wichtige Aspekte wie Mikromobilität und den Schutz ungeschützter Verkehrsteilnehmender (VRUs) außen vor. Die Folge: ein Verkehrssystem, das den komplexen Anforderungen moderner Mobilität oft nicht gerecht wird – und damit auch den Zielen nachhaltiger Mobilität der EU hinterherhinkt.
FEDORA setzt genau hier an und entwickelt eine digitale Plattform föderierter Räume, die Daten, Dienste und Werkzeuge intelligent verknüpft. Damit sollen Verkehrsangebote besser abgestimmt, Engpässe frühzeitig erkannt und Mobilitätslösungen gezielt weiterentwickelt werden. Der Plattformansatz ermöglicht dabei nicht nur die Analyse aktueller Situationen, sondern auch die Simulation und Bewertung zukünftiger Mobilitätsszenarien – mit dem Ziel eines lernenden, anpassungsfähigen Verkehrsmanagements.
Ein zentraler Bestandteil dabei ist die Einbindung umfassender, multimodaler Mobilitätsdaten: ITS Vienna Region stellt im Rahmen von FEDORA wichtige Daten bereit, um ein technisches Rahmenwerk für standardisierte Schnittstellen und Datenformate zu entwickeln – als Grundlage für den gemeinsamen Datenraum. Ziel ist es, auch aktive Mobilitätsformen wie Rad- und Fußverkehr sowie den öffentlichen Verkehr in die Verkehrssteuerung zu integrieren und so ein ausgewogenes, multimodales System zu fördern. Dafür werden in einer realen Stadtumgebung – mithilfe unterschiedlicher Datenquellen – Echtzeitdaten gesammelt, zusammengeführt und im FEDORA-Simulationsrahmen verarbeitet. Zum Einsatz kommen unter anderem KI-gestützte Kamerasysteme, vernetzte Fahrzeugdaten (Floating Car Data), Ampelstatusinformationen, C-ITS-Technologien sowie Verkehrsmodelle für den Straßen- und Gesamtverkehr in Ostösterreich.
Kern des Projekts ist ein kollaborativer Datenraum, der standardisierte Schnittstellen und moderne Datenverarbeitung (sogenannte „Data Alchemy“) kombiniert. Dieser bildet die Grundlage für innovative Dienste, eine vorausschauende Verkehrssteuerung und eine stärkere Einbindung von neuen Mobilitätsformen wie E-Scootern oder On-Demand-Angeboten.
Getestet wird FEDORA in sechs europäischen Regionen mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen – darunter Wien, Budapest, das Baskenland, Zypern, Reggio Emilia und Dänemark. So werden sowohl urbane als auch ländliche Herausforderungen abgedeckt, inklusive unterschiedlicher infrastruktureller und organisatorischer Rahmenbedingungen.
Darüber hinaus leistet FEDORA einen Beitrag zur strategischen Verkehrsplanung in Europa: Die Projektergebnisse sollen in nationale und europäische Roadmaps sowie in politische Empfehlungen einfließen – und so einen echten Mehrwert für die Mobilitätswende schaffen.
FEDORA wird im Rahmen von Horizon Europe „Horizon-CL5-2024-D6-01“ gefördert und durch das Schweizer Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SERI) kofinanziert.